
- © Raphael Bruggey
Interview mit Maria Koschny
Was gefällt Ihnen an "Die Tribute von Panem"?
Mir gefällt besonders gut, dass soviel Unvorhergesehenes passiert. Ich war regelrecht an die Bücher, sowohl den ersten als auch den zweiten Teil, gefesselt.
Die Tribute von Panem" Band 2 steht inzwischen in der 6. Woche unter den Top Ten der Spiegel-Bestseller-Liste, auf unseren Internetseiten oder Facebook tauschen sich begeisterte Fans über die Reihe aus. Was glauben Sie, gefällt den Lesern an Panem? Was macht den Reiz der Geschichte aus?
Die Geschichte wird mit sehr viel Spannung erzählt, es lässt sich gut mit den einzelnen Charakteren mitfühlen. Besonders ausschlaggebend für den Erfolg scheint mir jedoch der unverkennbare Bezug zu unserer heutigen Welt, in der wir leben, zu sein; wie sie sich entwickeln könnte, wie eine grauenhafte und zugleich doch faszinierende Zukunftsvision.
Katniss ist eine starke Mädchenfigur. Können Sie sich mit der Hauptfigur identifizieren?
Alle Figuren in Panem haben ihren Reiz, aber am stärksten habe ich mich natürlich mit Katniss als Ich-Erzählerin identifiziert. Ich bin zwar im realen Leben keine Katniss..., aber ich denke, jeder Mensch findet in sich Teile dieser Figur wieder und wenn es nur der Wunsch ist, so zu sein.
"Die Tribute von Panem" hat viele Ebenen: Science Fiction, Abenteuer, Gesellschaftskritik, Liebesgeschichte, Medienkritik … Was ist für Sie das bestimmende Thema der Panem-Trilogie?
Ganz starke Themen sind für mich die Gesellschafts- und Medienkritik. Doch auch die im Buch enthaltene Liebesgeschichte mit ihren Verstrickungen halte ich für sehr aktuell – wobei Liebe mit ihren Verrücktheiten ja immer aktuell ist … Ich würde sagen, die Mischung macht´s.
Ihre Lesung hat was Atemloses und steigert die Spannung, die der Text vermittelt noch. In allen Rezensionen wurde Ihre Sprecherleistung sehr gelobt. Wie gehen Sie an einen Text ran? Woher wissen Sie, wie Sie einen Text lesen müssen? Wann ist es für Sie stimmig?
Zum einen muss ich sagen, dieser Text ist zwar nicht einfach, aber er trägt allein durch die Geschichte schon sehr stark. Zusätzlich habe ich mehrere Coaching-Stunden bei Katharina Koschny, ja richtig meiner Mutter, selbst Sprecherin/ Schauspielerin/Sängerin und eben auch Sprecher-Coach, genommen, in denen wir an den Figuren gearbeitet haben und an Schlüsselpassagen etc. Und zu guter letzt kommt natürlich hinzu, dass ich im Studio unter sehr guter Regie, Frank Gustavus, arbeiten durfte, sonst wäre die Lesung noch atemloser ausgefallen …
Was macht Ihnen an der Arbeit im Tonstudio besonders viel Spaß?
Diesmal waren es eindeutig die Kollegen und natürlich das Eintauchen in die Geschichte, was es zu einer schönen Arbeit gemacht hat.
Sie sind auch Synchronsprecherin für Filme. Was unterscheidet diese Arbeit zu Hörbuchaufnahmen?
Synchronsprechen und das Sprechen von Hörbüchern sind für mich, bis auf die wörtliche Rede der Rollen, zwei völlig verschiedene Bereiche. Das Hörbuchsprechen bedarf einer ganz anderen Vorbereitung. Beim Sprechen von Filmen gibt es manchmal noch die Möglichkeit, sich den Film vorher anzusehen, doch in den allermeisten Fällen geht man ins Aufnahmestudio und erfährt erst unmittelbar davor, was einen erwartet. Hinzu kommt, dass beim Synchronsprechen nicht am Stück gelesen wird sondern der Film in „Takes“ unterteilt ist und jeder Take vor dem Sprechen im Original angehört wird. Beim Hörbuchsprechen gibt es kein Original, daher entsteht viel mehr Raum für die eigene künstlerische Gestaltung. Natürlich sind auch da Grenzen gesteckt, da man, wie beim Film einer Rolle, beim Buch einem gewissen Genre unterliegt.
Eine Frage zum Schluss: Wenn Sie Katniss wären, wen würden Sie wählen? Gale oder Peeta? Und warum?
Oh, eine heiß diskutierte Frage! Ich bin ja eindeutig für Gale, aber ich bin auch schon etwas älter als Katniss. Wenn ich mir allerdings die Bilder der beiden auf der Voting-Seite im Internet ansehe, könnte ich mich glatt noch umentscheiden... Nein, im Ernst, die wahre Liebe scheint sie wohl eher in Gale gefunden zu haben.
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